Pferdegangart Schritt
Der Schritt ist die langsamste der angeborenen Gangarten des Pferdes. Im Schritt geht das Pferd in einem gleichmäßigen Viertakt und es sind nie weniger als drei Beine gleichzeitig auf dem Boden. Das heißt, dass der Schritt auch die stabilste Gangart darstellt. Es wird deshalb vor allem im Gelände im Schritt geritten, wenn der Untergrund für Trab oder Galopp zu unsicher oder zu uneben ist.
Das Pferd setzt im Schritt die Hufe in der Folge links vorne – rechts hinten – rechts vorne – links hinten auf, wobei sich die Bewegungen wie oben bereits erwähnt so überlappen, dass immer drei Hufe den Boden berühren.
Als fehlerhaft wird jede Taktunreinheit und passartiger Schritt gewertet. Vor allem, wenn der Reiter zu viel mit dem Zügel einwirkt kommt das Pferd leicht aus dem Takt und der Schritt wird passartig.
Im Schritt unterscheidet man in der klassischen, englischen Reitweise drei Tempi: Versammelter Schritt, Mittelschritt und Starker Schritt.
Der Mittelschritt ist dabei in etwa das natürliche, dem Pferd angeborene Gangmaß für den Schritt.
Versammelter und Starker Schritt werden einem Pferd erst in fortgeschrittener Ausbildung abverlangt. Beim Starken Schritt tritt das Pferd weitgreifender aus und fußt mit den Hinterhufen deutlich vor die Abdrücke der Vorderhufe. Der Takt wird von dieser Rahmenerweiterung nicht beeinflusst, nur die Schritte werden weiter, also länger und die Nickbewegung des Kopfes verstärkt.
Beim Versammelten Schritt nimmt das Pferd vermehrt Gewicht auf die Hinterhand auf und tritt mit dieser verstärkt unter. Die einzelnen Tritte werden erhabener, aber nicht abgehackt oder langsamer.
Versammelter Schritt verlangt sowohl Pferd als auch Reiter fortgeschrittene Fähigkeiten ab. Ein häufiger Fehler ist zu starkes Annehmen des Zügels, wodurch das Pferd in seiner Vorwärtstendenz gebremst wird, aber nicht, wie eigentlich gewünscht, gleichzeitig vermehrt untertritt. Um dem vermehrten Zug am Zügel auszuweichen rollen sich die meisten Pferde ein. Resultat ist ein so genannter falscher Knick. Außerdem verlagert sich so das Gewicht des Pferdes weiter auf die Vorderhand, statt vermehrt von der Hinterhand getragen zu werden. Die Versammlung geht verloren.
Reiten.biz - Team
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